M.Arslan
2 Minuten Lesezeit
29 Jan
29Jan

Ein Gästewechsel ist mehr als „sauber machen“. In den Augen der Gäste ist der Turnover ein Qualitätsbeweis: Wie professionell wird diese Unterkunft wirklich geführt? 

Und genau hier entstehen die meisten Reklamationen – nicht weil „alles dreckig“ ist, sondern weil kleine, gut sichtbare Details Vertrauen zerstören.

Wenn du als Host (oder Agentur/Co-Host) planbar wachsen willst, brauchst du einen Ablauf, der jedes Mal gleich funktioniert: Definition of Done + Qualitätskontrolle + klare Prioritäten.

Hier sind die 15 Punkte, die in der Praxis Bewertungen retten – weil Gäste sie sofort wahrnehmen.


Die 15 Punkte, die Reklamationen verhindern

1) Eingang: erster Eindruck (Türgriff, Schalter, Boden)

Gäste kommen mit Taschen rein, greifen sofort an Griffe, drücken Lichtschalter, schauen auf den Boden im Flur. Fingerabdrücke oder Krümel sind ein „Alarmzeichen“.

2) Geruch beim Reinkommen (Neutralität gewinnt)

Nichts triggert Beschwerden schneller als „muffig“ oder „Reinigungsmittel-Parfum“. Ziel ist neutral-frisch, nicht „überduftet“. Kurz stoßlüften, Geruchsquellen prüfen (Müll, Abfluss, Textilien).

3) Bad-Spiegel & Glas: schlierenfrei im Licht

Spiegel und Duschglas sind visuelle Beweise. Gäste checken oft unbewusst bei eingeschaltetem Licht. Schlieren wirken wie Nachlässigkeit.

4) Toilette komplett – inklusive Basis und Seiten

Viele reinigen nur oben. Gäste schauen seitlich/unten. Die Zone rund um die Basis ist einer der häufigsten Reklamationspunkte überhaupt.

5) Dusche: Ablauf frei, Haare raus, Fugen/Silikon im Blick

Haare im Ablauf oder dunkle Stellen in Fugen sind „Hygiene-Trigger“. Der Ablauf-Check muss ein Pflichtpunkt sein.

6) Waschbecken & Armaturen: trocken, ohne Kalkpunkte

Wasserflecken und Kalkpunkte wirken „nicht fertig“. Kurz trocken wischen + Check aus 1–2 Metern Abstand.

7) Handtücher & Badtextilien: frisch, fleckenfrei, richtig gelegt

Flecken auf Handtüchern wirken schlimmer als sie sind. Hier lohnt sich eine klare Textilstrategie: Ersatzsets, konsequenter Austausch, saubere Faltung.

8) Küche: Arbeitsflächen, Spüle, Wasserhahn – keine Reste

Spüle und Hahn sind sofort im Blick. Essensreste im Sieb oder Spritzer am Hahn wirken wie „nicht kontrolliert“.

9) Kühlschrankgriff + Griffe/Knöpfe (die Fingerabdruck-Fallen)

Griffe sind High-Touch-Flächen. Wenn sie klebrig sind, ist die Bewertung fast verloren – selbst wenn der Rest sauber ist.

10) Geschirr & Besteck: sichtbar sauber, kein Film, keine Gerüche

Gäste riechen manchmal sogar am Glas. Spülmaschinenfilm oder „feuchte Schrankgerüche“ sind klassische Beschwerde-Auslöser.

11) Bett-Finish: Haare/Fussel, glatte Optik, saubere Kissen

Das Bett ist emotional. Wenn es perfekt wirkt, steigt sofort das Vertrauen. Ein einzelnes Haar kann die ganze Wahrnehmung kippen.

12) Nachttische & „Ablagezonen“: dort, wo Gäste sofort hinfassen

Gäste legen Handy, Schlüssel, Brille ab. Genau diese Flächen müssen nicht nur sauber sein, sondern auch „klar“ wirken: keine Krümel, kein Staubrand.

13) Böden: Laufwege + Ecken + Fußleisten (Staublinien vermeiden)

Nicht nur wischen – besonders im Flur, Bad und vor der Balkontür. Staub an Leisten und in Ecken fällt barfuß sofort auf.

14) Fenster/Glas & Balkon-/Terrassentür: Schlieren-Check

Gerade bei Tageslicht sieht man alles. Ein schneller Blickwinkel-Check spart Reklamationen.

15) Finaler QC-Check (Qualitätskontrolle) + kurze Foto-Doku

Das ist der Profi-Unterschied: Ein Abschluss-Check nach fester Reihenfolge (Bad → Küche → Bett → Böden → Eingang) plus 3–5 Fotos. So findet man Fehler, bevor der Gast sie findet.


A/B/C-Priorität: So bleibt es im Turnover realistisch

Damit das Team nicht „immer mehr“ macht, hilft eine Priorisierung:

  • A (immer): Bad komplett (inkl. Toilette-Basis & Ablauf), Küche (Spüle/Hahn + Griffe), Bett-Finish, Eingang/Griffe/Schalter, Geruch
  • B (sehr oft): Fußleisten/Ecken, Glasflächen/Balkontür, Detailflächen
  • C (nach Plan): Deep-Cycles (Entkalkung intensiv, Backofen, Fugen/Silikon-Detailpflege)

So wird Qualität skalierbar – auch bei vielen Einheiten.


Bonus: Der 5-Minuten-Finalcheck (die Reihenfolge rettet Bewertungen)

Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese Reihenfolge:

  1. Bad (Spiegel → Toilette → Dusche/Ablauf)
  2. Küche (Spüle/Hahn → Griffe → sichtbare Flächen)
  3. Bett (Haare/Fussel → Kissen/Decke → Nachttische)
  4. Böden (Laufwege + Leisten/Ecken)
  5. Eingang (Geruch + erster Eindruck)

Das dauert meist weniger als 5 Minuten, spart aber den Großteil der Reklamationen.



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