M.Arslan
3 Minuten Lesezeit
31 Jan
31Jan

Wenn ein Turnover „zu lange dauert“, denken viele zuerst an Putzen. In der Praxis ist es oft etwas viel Banaleres: Laufwege

Ungeplante Wege (rein – raus – zurück – wieder ins Bad – nochmal in die Küche) fressen Minuten. Und Minuten sind im Airbnb-Betrieb nicht nur Zeit, sondern Risiko: Stress, vergessene Stellen, Reklamationen.Genau deshalb nutzen Profis das, was man aus Produktion und Lean kennt: Spaghetti-Analyse

Man zeichnet den tatsächlichen Weg, den ein Team durch die Wohnung läuft. Das Ergebnis sieht fast immer gleich aus: ein Knäuel aus Kreuzungen und Rückwegen. Je mehr Spaghetti, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Fehler – und desto schwerer wird Skalierung.

Warum Laufwege doppelt teuer sind

Laufwege kosten nicht nur Zeit. Sie verursachen auch:

  • Kontextwechsel: Du bist im Bad, siehst in der Küche ein Detail, läufst rüber – im Bad bleibt etwas liegen.
  • Doppelte Arbeit: Du wischst eine Fläche, läufst später nochmal mit Müll dran vorbei.
  • Mehr Fehler: Unter Zeitdruck werden die „unsichtbaren“ Bewertungskiller vergessen (Toilette-Basis, Ablauf, Griffe, Bettfinish).

Wenn du 6–10 Turnovers pro Woche hast, sind schon 5–10 Minuten pro Turnover ein riesiger Hebel. Auf Monatssicht entsteht daraus eine komplette zusätzliche Reinigung oder ein ganzer freier Tag.

Das Prinzip: Zonenlaufweg statt Chaos

Der Schlüssel ist nicht „mehr Tempo“, sondern eine feste Reihenfolge, die immer gleich bleibt. Bei CleanOfficeNord arbeiten wir genau so: standardisierte Abläufe + QC-Logik + Foto-Dokumentation. Dadurch kann ein Host remote steuern, ohne jedes Mal vor Ort zu kontrollieren.Die Regel lautet:

Eingang/Flur → Bad → Küche → Bett → Böden → FinalcheckWarum diese Reihenfolge?

  • Eingang/Flur ist dein Setup (Wäsche/Müll sammeln, Wagen positionieren).
  • Bad/Küche sind Hygiene-Zonen mit hoher Reklamationsquote.
  • Bett ist der „5-Sterne-Moment“ (Optik + Vertrauen).
  • Böden kommen am Ende, weil du vorher sonst wieder drüberläufst.
  • Finalcheck ist die letzte Barriere vor der Bewertung.

Spaghetti-Plot: Was er dir zeigt

Im Diagramm siehst du zwei typische Wege:

  • Ungeplant: ständiges Hin und Her zwischen Bad, Küche und Schlafzimmer.
  • Optimiert: ein klarer Zonenlaufweg mit weniger Rückwegen.

Das Entscheidende: Du musst nicht perfekt zeichnen. Es reicht, einmal ehrlich zu tracken: Wie oft laufe ich im Turnover in denselben Raum zurück? 

Wenn du es siehst, kannst du es sofort fixen.

Die One-Touch-Regel (der unterschätzte Turbo)

Ein Standard, der extrem viel bringt:

Alles nur einmal anfassen.

Beispiele:

  • Müll wird nicht „später“ gesammelt – er wird beim ersten Durchlauf direkt mitgenommen.
  • Wäsche wird beim ersten Durchlauf in den Korb – nicht erst, wenn alles fertig ist.
  • Verbrauchsmaterial wird nicht „irgendwann“ geprüft – sondern als fester Schritt in Küche/Bad.

So eliminierst du Nebenläufe.

So setzt du den Laufweg in 10 Minuten in deiner Einheit um

  1. Staging am Eingang
    Putzwagen/Box parken, Müllbeutel bereit, Wäschekorb bereit. Der Eingang ist dein „Hub“.
  2. Eingang/Flur zuerst (Sammelrunde)
    Müll einsammeln, Wäsche einsammeln, grobe Sichtkontrolle (Touchpoints, Krümel).
  3. Bad komplett fertig machen – ohne Unterbrechung
    Spiegel/Glas → Toilette inkl. Basis → Dusche/Ablauf → Armaturen trocken finish.
    Bad ist ein Raum, den du idealerweise nur einmal betrittst.
  4. Küche komplett – Touchpoints und Geruch sichern
    Spüle/Sieb → Flächen/Herd → Griffe/Kühlschrankgriff → Müll.
    Viele „Sauberkeits“-Reklamationen sind Küchen-Touchpoints oder Geruch.
  5. Bettfinish als eigener Block
    Haar-/Fusselcheck, glattziehen, Kissen/Decke sauber legen, Nachttisch kurz checken.
    Bett ist ein Bewertungshebel.
  6. Böden am Ende – in einem Zug
    Erst frei räumen, dann saugen/wischen in einem Durchlauf. Abschluss am Eingang.
  7. Finaler 3-Minuten-Check (Pflicht)
    Bad → Küche → Bett → Geruch + 3 Fotos (Bad/Küche/Bett).
    Das ist der beste Reklamationsschutz für wenig Zeit.

Wie wir das bei CleanOfficeNord im Alltag nutzen

Bei vielen Einheiten ist nicht „putzen“ die Herausforderung, sondern konstant liefern. Unser Ansatz:

  • Standardlaufweg je Wohnungstyp (Studio / 2-Zimmer / Family)
  • QC-Logik mit Blocker-Regeln (Geruch, Toilette, Bett = STOP)
  • Foto-Dokumentation (Vorher/Nachher, Schäden, Auffälligkeiten)
  • digitale Kommunikation mit Hosts/Agenturen, damit niemand unnötig hinfahren muss
  • optional: Co-Host-Kommunikation (z. B. Handtuchwechsel/Nachlieferung) als klarer Prozess

Das macht Turnovers planbar – auch bei Engpässen, Express-Fenstern oder vielen Buchungen.

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