Wenn du in Hamburg mehrere Airbnb-/Serviced-Apartment-Einheiten betreibst (oder als Agentur managst), entscheidet die Check-in-/Check-out-Logik oft mehr über deinen Profit als dein Nachtpreis.
Warum?
Weil Leerlauf zwischen Check-out und Check-in direkt Kapazität frisst: Cleaner stehen, Schlüssel “wandern”, Gäste warten – und am Ende entstehen Stress-Turnovers (die fast immer Reklamationen triggern).
In diesem Guide zeige ich dir ein praxiserprobtes Ops-Setup, wie du Zeitfenster in Hamburg sauber planst, Laufwege reduzierst und deine Cleaner so einsetzt, dass du mehr Turnovers pro Tag schaffst – ohne Qualitätsverlust.
Warum Check-in Zeiten Leerlauf erzeugen (und wo er wirklich entsteht)
Der typische Hamburg-Engpass:
- Check-out 10:00–11:00
- Check-in ab 15:00–16:00
- Reinigung braucht 1,5–4,0 Stunden (je nach Größe/Setup)
- Dazwischen passiert: Schlüsselabholung, Anfahrt, Parkplatzsuche, Hauszugang, Wäsche-Handling, Material, kurze Rückfragen der Gäste.
Leerlauf entsteht nicht nur durch “zu frühe” Cleaner, sondern durch:
- Unklare Zeitfenster (Gast checkt später aus, Cleaner wartet)
- Schlüssel- & Zugangsdurcheinander (Safe-Codes, Haustür, Klingel, Altbau)
- Wäschelogistik (fehlende Sets → Nachlieferung)
- Distrikt-Sprünge (Altona → Wandsbek am selben Vormittag = tot)
- Keine “Cut-off”-Regeln (Same-Day wird angenommen, obwohl es nicht sauber machbar ist)
Zielbild: Das “Hamburg Turnover Window”, das wirklich funktioniert
Goldstandard (für stabile 5★-Turnovers):
- Check-out: bis 10:00 (oder 11:00 mit klarer Policy)
- Cleaning Start: 10:30–11:30 (gestaffelt nach District)
- Check-in: ab 16:00 (oder 15:00 bei kleinen Units + vorbereitetem Linen)
Wichtig: In Hamburg sind 20–40 Min. Puffer realistisch – wegen Verkehr, Parken, Hauszugang, Altbau-Treppen, Fahrstuhl-Themen.
Schritt 1: Setze harte Regeln (SLA statt Bauchgefühl)
Wenn du Cleaner effizient planen willst, brauchst du Regeln, die jeden Tag gleich sind:
1) Check-out / Check-in Policies
- Late Check-out nur bis 11:00 (und nur, wenn kein Same-Day)
- Early Check-in nur ab 15:00 (wenn Clean bestätigt)
- Gepäck abstellen als “Goodwill-Option” – aber kein Schlüssel vor Clean-Freigabe
2) Same-Day Cut-off
Lege eine klare Grenze fest, ab wann Same-Day nicht angeboten wird, z. B.:
- Anfrage nach 18:00 am Vortag = nur, wenn Cleaner bereits geplant + Linen vorhanden
- Bei Units > 55 m² oder > 1 Bad = Same-Day nur mit Premium-Slot (2er Team / Express)
3) Time Budget pro Einheit (Standardisierung)
Erstelle “Zeitklassen”, z. B.:
- S (Studio/1Z): 90–120 Min
- M (2Z/1 Bad): 150–210 Min
- L (3Z/2 Bad): 240–300 Min
Damit planst du Slots wie in einer Werkstatt – statt “wir schauen mal”.
Schritt 2: Plane nach Stadtteilen (nicht nach Kalender)
In Hamburg ist die District-Bündelung ein echter Gamechanger.
So sieht eine effiziente Tagesplanung aus
Falsch (Zeitkiller):
Altona (10:30) → Wandsbek (12:30) → Eppendorf (15:00)Richtig (Cluster):
- Team A: Altona / Ottensen / St. Pauli / Sternschanze
- Team B: Eimsbüttel / Eppendorf / Winterhude
- Team C: Barmbek / Wandsbek / Hamm / Horn
- Team D (optional): HafenCity / Innenstadt / Harburg (je nach Portfolio)
Ergebnis: weniger Fahrzeit, weniger “zu spät”, weniger Stress-Cleanings.
Schritt 3: Baue einen 2-Stufen-Prozess: Clean → QC → Freigabe
Die beste Check-in Zeit bringt nichts, wenn die Freigabe unsauber ist.
Standard-Ablauf:
- Clean abgeschlossen (Team meldet “ready for QC”)
- QC-Check (5–10 Min): Bad, Küche, Bett, Geruch, Boden/Spiegel
- Freigabe an Gast (erst dann Code/Info rausgeben)
Das schützt dich vor dem Klassiker: “Gast war früher drin” → “Toaster Krümel, Abfluss Haare, Armatur fleckig” → 4 Sterne.
Praxisbeispiel: Leerlauf um 40% senken (ohne schneller zu putzen)
Ausgangslage:
- Check-out: 11:00
- Check-in: 15:00
- 6 Turnovers pro Tag in gemischten Stadtteilen
- Problem: Cleaner warten, fahren quer durch Hamburg, Gäste fragen ständig “früher rein?”
Optimierung:
- Check-out hart auf 10:00 (Late nur gegen Gebühr/Verfügbarkeit)
- Check-in standardisiert auf 16:00 (15:00 nur bei S-Units)
- District-Clustering (2 Teams)
- QC-Freigabe + automatische Nachricht an Gast
Effekt:
- weniger “Standzeiten”
- weniger Express-Stress
- sauberere Übergaben → weniger Reklamationen
| Einheit | Stadtteil | Größe | Check-out | Clean Start | Clean End | QC | Check-in |
|---|
| A12 | Altona | S | 10:00 | 10:30 | 12:00 | 12:05 | 16:00 |
| B07 | Eimsbüttel | M | 10:00 | 11:00 | 14:00 | 14:10 | 16:00 |
| C03 | Wandsbek | M | 10:00 | 10:45 | 13:30 | 13:40 | 16:00 |
Nachrichten-Vorlagen (reduzieren 80% der “Früher rein?”-Chats)
1) Standard (nach Buchung):
„Check-in ab 16:00 Uhr. Falls wir früher fertig sind, melden wir uns automatisch – bitte plane aber mit 16:00, damit die Wohnung wirklich perfekt ist.“
2) Am Turnover-Tag (vormittags):
„Guten Morgen! Unser Team ist für heute eingeplant. Wir geben dir ein Update, sobald die Wohnung freigegeben ist.“
3) Freigabe:
„Alles bereit ✅ Hier sind deine Check-in Infos + Code. Viel Spaß in Hamburg!“
Häufige Fehler (die in Hamburg richtig Geld kosten)
- Check-in zu früh versprochen (ohne QC)
- Keine District-Logik (Fahrzeit killt Slots)
- Wäsche nicht als eigener Prozess (führt zu Nachlieferungen)
- Kein Cut-off für Same-Day (Stress-Reinigung = Bewertungsrisiko)
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