Airbnb-Arbitrage Start: Der saubere Operations-Plan für die ersten 30 Tage
Airbnb-Arbitrage klingt simpel: Wohnung anmieten, möblieren, kurzzeitig vermieten, Differenz verdienen.
In der Realität entscheidet Operations darüber, ob du skalierst – oder im Stress aus Reklamationen, Leerlauf, Wäschechaos und Last-Minute-Problemen untergehst.
Dieser 30-Tage-Plan ist ein praxisnaher Ablauf, der dir vom „Startklar machen“ bis zum stabilen Regelbetrieb hilft. Mit Vorgehensweisen, Beispielen, Checklisten-Logik und den wichtigsten SEO-Themen, die Hosts wirklich suchen.
Grundprinzip: Arbitrage ist ein Prozessgeschäft, kein Immobiliengeschäft
Arbitrage funktioniert nicht, weil du „eine schöne Wohnung“ hast – sondern weil du wiederholbare Abläufe baust:
- Gästewechsel ohne Lücken (Turnover zuverlässig)
- Qualität konstant (5-Sterne Sauberkeit / QC)
- Wäsche & Nachfüllartikel planbar (Bestand + Umlauf)
- Schäden & Auffälligkeiten sofort sichtbar (Doku + Meldewege)
- Preis & Verfügbarkeit sauber gesteuert (kein Leerlauf durch Chaos)
Wenn du diese fünf Bausteine in 30 Tagen sauber aufsetzt, hast du die Grundlage für 1 → 5 → 20 Einheiten.
Woche 1 (Tag 1–7): Fundament & Setup – bevor der erste Gast kommt
Tag 1: Zieldefinition + Kennzahlen (damit du nicht im Gefühl steuerst)
Setze direkt ein simples „Ops-Dashboard“ (kann auch erstmal ein Sheet sein):
Kern-KPIs für Woche 1–4
- Occupancy (Auslastung) pro Woche
- ADR (Average Daily Rate) = Ø Preis/Nacht
- RevPAR = ADR × Occupancy (gute Realität)
- Turnover-Zeit (Check-out bis Ready)
- Reklamationsquote = Reklamationen / Buchungen
- Refund/Discount-Quote = € Kulanz / Umsatz
- Sauberkeits-Score (intern) z. B. 1–5 je Raum
Warum das wichtig ist: Premium-Reinigung, Wäsche, Co-Host, Pricing – alles wird später über Zahlen entschieden, nicht über Bauchgefühl.
Tag 2: Rollen & Verantwortlichkeiten (damit nichts „zwischen Stühlen“ liegt)
Schreibe dir eine klare Zuständigkeitslogik auf (das ist Agentur-Standard):
- Host/Operator: Preis, Kalender, Kommunikation, Eskalation
- Reinigung: Turnover, DoD (Definition of Done), Fotodoku
- Wäsche: Lieferung/Abholung, Zählung, Ersatzsets
- Maintenance/Handwerker: Reparaturen, Ersatzteile
- Co-Host/VA (optional): Nachrichten, Orga, Reporting
Mini-Regel: Jeder kritische Prozess braucht eine Person, die „Owner“ ist – nicht „Team“.
Tag 3: Einheit „reinigungstauglich“ machen (Setup = Zeithebel)
Viele Anfänger verlieren Geld nicht am Preis – sondern an Reinigungszeit und Verschleiß, weil das Setup nicht betrieblich gedacht ist.
Setup-Prinzipien (Arbitrage-tauglich):
- Robuste, leicht abwischbare Oberflächen (Bad/Küche)
- Weniger Deko-Staubfänger, mehr klare Ablageflächen
- Beschriftete Schrankzonen (Wäsche, Nachfüllartikel, Tools)
- Sinnvolle Mülllösung (klar getrennt, ausreichend Volumen)
- Matratzen-/Kissenschutz + waschbare Bezüge (Sofa/Kissen)
- Make-up-Handtücher (dunkel) im Bad → reduziert Wäscheschäden
Beispiel: Eine „schöne“ offene Ablage im Bad ohne Ordnungssystem sorgt für 2–5 Minuten Extra pro Turnover – multipliziert mit 20 Turnovern/Monat ist das echter Geldverlust.
Tag 4: Standard-Checklisten definieren (DoD + QC)
Du brauchst zwei Listen:
A) DoD – Definition of Done (was bedeutet „fertig“?)
Kurz, eindeutig, immer gleich. Beispiel-Logik:
- Bad: Spiegel schlierenfrei, Toilette komplett inkl. Basis, Ablauf frei, Armaturen trocken
- Küche: Spüle/Sieb, Arbeitsflächen, Kühlschrankgriff, keine Gerüche
- Bett: 100% haarfrei, glatt, Kissen sauber platziert
- Böden: Laufwege + Leisten/Ecken kurz geprüft
- Final: Geruch neutral-frisch, Foto-Set
B) QC – Qualitätskontrolle (damit der Gast Fehler nicht zuerst findet)
QC ist ein Abschluss-Check nach Reihenfolge:
- Bad → 2) Küche → 3) Bett → 4) Böden → 5) Eingang/Geruch
Profi-Regel: QC ist nicht „Misstrauen“, sondern die billigste Reklamationsversicherung.
Tag 5: Wäsche- und Bestandslogik (das unterschätzen 90%)
Arbitrage bricht oft an Wäsche. Du brauchst:
- Umlaufbestand: Wie viele Sets pro Bett/Person?
- Sicherheitsbestand: Ersatz für Flecken/Notfälle
- Zählstandard: Was wird pro Turnover geprüft?
Empfehlung als Startpunkt
- Pro Bett: 3 Sets (1 im Einsatz, 1 in Reinigung, 1 Reserve)
- Handtücher: 2–3 Sets pro Person (je nach Aufenthaltslänge)
- Küchenhandtücher/Matten: Extra-Reserve
Nachfüllartikel (Minimum):
Toilettenpapier, Seife, Müllbeutel, Spüli/Tab, Küchenrolle, ggf. Shampoo.
Alles mit Mindestbestand (z. B. „wenn unter 2 Stück → auffüllen“).
Tag 6: Fotodoku & Schadenprozess (damit du remote steuern kannst)
Du willst nicht wegen jeder Kleinigkeit hinfahren.
Standard-Fotos pro Turnover (5–8 Bilder)
- Bad gesamt + Dusche/Toilette
- Küche gesamt + Spüle
- Schlafzimmer/Bett
- Wohnbereich
- Optional: Balkon/Entrance
Schadenprozess (3 Stufen)
- Stufe 1 (klein): ersetzen (Glas, Handtuch) ohne Diskussion
- Stufe 2 (mittel): Meldung + Freigabe (z. B. 150–300€ Rahmen)
- Stufe 3 (hoch): sofort melden (Wasser/Schimmel/Schließanlage)
Das reduziert Streit, spart Zeit und macht dich skalierbar.
Tag 7: Listing-Basics & Gästekommunikation vorbereiten
Bevor du live gehst:
- Hausregeln klar (kurz, nicht Roman)
- Check-in Anleitung mit Bildern (Tür, Lockbox/Smartlock)
- 5–8 Antwortvorlagen (Templates): Check-in, Late-Checkout, Extra-Handtücher, Nachbarn/Lärm, Problem melden, WLAN, Abreise
- „Problem melden“-Text: freundlich, aber strukturiert („Bitte Foto + kurze Beschreibung“)
Woche 2 (Tag 8–14): Launch & Stabilität – erste Buchungen ohne Chaos
Tag 8–9: Trockenlauf wie ein Profi (Test-Turnover)
Mach einen internen Probelauf:
- „Check-out“ simulieren
- Reinigung nach DoD
- QC durchführen
- Wäscheprozess testen (Zählen, Lager, Ersatz)
- Fotos & Doku speichern
Ziel: Du findest Prozesslücken, bevor Gäste sie finden.
Tag 10: Kalenderregeln & Puffer definieren (gegen Leerlauf-Stress)
Arbitrage-Faustregel:
- Lieber saubere Puffer als kurzfristige Reklamationen.
- Definiere Regeln:
- Mindestturnoverzeit (z. B. 4–5 Stunden)
- Express nur unter Bedingungen (keine Party, Wäsche vorbereitet, max. m²)
Wenn du Agenturen/mehrere Einheiten planst: Puffer ist nicht „ineffizient“ – er ist dein Stabilitätsfaktor.
Tag 11–12: Erste Gäste = Prozessdaten sammeln
Nach jedem Check-out kurz notieren:
- Turnover-Dauer
- Auffälligkeiten (Geruch, Flecken, Schäden)
- Was hat Zeit gefressen?
- Was war unnötig?
Nach 5 Turnovern hast du bereits Muster.
Tag 13: Reklamationsprävention (Top 5 Ursachen killen)
Die häufigsten Reklamationsauslöser:
- Bad (Toilette-Basis / Haare im Ablauf / Schlieren)
- Küche (Geruch, Spüle, Kühlschrankgriff)
- Bett (Haare/Fussel)
- Böden (Leisten/Ecken)
- Check-in Stress (Anleitung unklar)
Setze deine QC-Liste so, dass genau diese Punkte immer abgedeckt sind.
Tag 14: „Definition of Done“ verfeinern (Version 2.0)
Nach ersten realen Turnovern:
- Streiche Unnötiges
- Ergänze „versteckte Stellen“
- Standardisiere Foto-Set
Wichtig: Die beste Checkliste ist kurz und wird genutzt.
Woche 3 (Tag 15–21): Optimieren & Profit schützen – jetzt wird’s skalierbar
Tag 15–16: Preis- & Review-Hebel koppeln (Cleanliness = Pricing)
Sauberkeit beeinflusst:
- Conversion (mehr Buchungen)
- Leerlauf (kürzere Lücken)
- Preisniveau (höhere ADR möglich)
- Refund-Risiko (weniger Kulanz)
Praxisansatz: Wenn du mehr in Premium-Turnover investierst, tracke:
- Reklamationsquote
- Review-Sauberkeit
- Leerlauf zwischen Buchungen
- ADR-Entwicklung
So kannst du später sauber entscheiden: Standard vs. Premium.
Tag 17: Deep-Cycle Plan einführen (nicht jedes Mal alles – aber regelmäßig)
Deep-Cycles sind planbar:
- Alle X Turnover: Entkalken intensiver, Fugen/Silikon prüfen
- Alle X Turnover: Backofen/Filter/Abfluss-Deep
- Monatlich: Schrauben/Griffe/Möbelcheck
Vorteil: Weniger Ausreißer, weniger „plötzlich ist alles schlimm“.
Tag 18–19: Ersatzteil- & Verbrauchsmaterial-Strategie
Lege eine kleine „Ops-Box“ an:
- Filzgleiter, Standardschrauben, Batterien
- Gläser/Handtücher als Reserve
- Dichtungsband / Silikon-Check (je nach Einheit)
- Fleckenentferner (textil-schonend), Fusselrolle
Das spart Handwerkerkosten für Kleinigkeiten und verhindert Downtime.
Tag 20–21: Reporting-Standard (für Agenturen der Hebel)
Einheitliches Turnover-Reporting (kurz!):
- Status: ready / nicht ready
- 5–8 Fotos
- Schäden/Auffälligkeiten (mit Priorität)
- Verbrauch: Nachfüllartikel ok / nachgefüllt
- Hinweis für Host („Ablauf langsam“, „Kalk steigt“, „Bettwäsche Fleck“)
Damit kannst du mehrere Einheiten remote führen.
Woche 4 (Tag 22–30): System & Wachstum – Ops stabilisieren, dann skalieren
Tag 22–24: SOPs verschriftlichen (damit du delegieren kannst)
Du brauchst kurze SOPs (1 Seite pro Thema):
- Turnover SOP (DoD + QC)
- Wäsche SOP (Zählen, Umlauf, Ersatz)
- Schäden SOP (Stufe 1–3, Meldeweg, Freigaben)
- Gästekommunikation SOP (Templates + Eskalation)
- Deep-Cycle SOP (wann, was, wie)
Skalierungsregel: Wenn du es nicht aufschreiben kannst, kannst du es nicht sauber delegieren.
Tag 25–26: „Worst Case“ Playbook (wenn’s brennt)
Notfall-Szenarien:
- Gast meldet „nicht sauber“
- Schlüsselproblem / Smartlock Ausfall
- Wasserleck
- Express-Turnover
- Nachbar beschwert sich
Für jedes Szenario:
- 3 Schritte (Sofortmaßnahme → Kommunikation → Dokumentation)
Das macht dich professionell – und reduziert Stress massiv.
Tag 27–28: Qualität „sichtbar“ machen (Review-Psychologie)
Gäste glauben Sauberkeit, wenn sie sie sehen:
- Bett „Hotel-Finish“
- Bad glänzt, keine Schlieren
- Küche riecht neutral, keine Reste
- Ordnung/Struktur (nicht nur „geputzt“)
Das ist der Unterschied zwischen „sauber“ und „5 Sterne sauber“.
Tag 29–30: Abschluss-Review & nächste 30 Tage planen
Auswertung:
- Was war die häufigste Reklamationsursache?
- Wie lang dauert Turnover real?
- Wo entsteht Leerlauf (Ops vs. Preis)?
- Welche Units sind „High Maintenance“ und warum?
Dann: nächstes Ziel setzen (z. B. Reklamationen < 3%, Turnover < X Stunden, Wäschebestand +1 Set).